Die „offizielle“ Generikaliste und Pro-Generika

von Tom Voltz

Wieso finden Sie in diesem Buch so viel mehr Medikamente als in der offiziellen Generikaliste des Bundesamtes für Gesundheit? Die Erklärung hierfür ist recht einfach: Erstens enthält die Liste des Bundesamtes für Sozialversicherung nur solche Medikamente, die von den Krankenkassen bezahlt werden. Viele rezeptfreie sind dort also nicht aufgeführt.

Zweitens gibt es eine Reihe von Medikamenten, von denen man sagt, dass sie keinen originalen Wirkstoff hätten, weil sie nie Patentschutz genossen haben. Klassisches Beispiel hierfür ist die Acetylsalicylsäure. Diese gibt es seit über einhundert Jahren und ist Ihnen als Konsument vor allem unter dem Produktnamen Aspirin bekannt. Da aber auch bei solchen Produkten ein beträchtliches Einsparpotential existieren kann, habe ich auch solche Produkte aufgenommen.

Drittens treffen Unternehmen Vereinbarungen mit anderen und gestatten diesen, ihre Wirkstoffe zu verwenden. Das Kriterium für die Aufnahme in das Buch war: Gibt es für ein und denselben Wirkstoff (oder eine Wirkstoffkombination) mehrere Produkte, die unter verschiedenen Namen aber in gleicher Wirkstoffmenge und gleicher Darreichungsform (Tablette, Kapsel, etc.) angeboten werden und Preisunterschied von mindestens 5% aufweisen.

 

Wichtiger Hinweis: Co-Marketing-Arzneimittel

In Pro-Generika wurden auch sogenannte «Co-Marketing-Arzneimittel» aufgenommen. Dabei registriert ein Unternehmen sein Produkt unter zwei oder mehr verschiedenen Namen, die dann auch unter diesen unterschiedlichen Namen vermarktet werden. Der faktische Hersteller ist jedoch das gleiche Unternehmen. Weil es sich also um reine Marketingmassnahmen handelt, muss niemanden verwundern: Die Preise stehen teilweise Kopf, die «Kopie» kann mehr als doppelt so teuer wie das Basispräparat sein. In Pro-Generika aufgenommen wurden nur solche Co-Marketing-Arzneimittel, bei denen der Preisunterschied mindestens fünf Prozent beträgt.

Zu Recht werden sie fragen, was denn diese Produkte nun in einem Generikabuch zu suchen haben. Meine Anwort: Pro-Generika bemüht sich seit vielen Jahren, die Preise im Medikamentenmarkt offenzulegen, damit Fachkreise aber auch das interessierte Publikum sich orientieren können. Und weil Co-Marketing-Arzneimittel insbesondere im rezeptfreien Bereich zu finden sind, dürfte die Aufnahme der Kopien in Pro-Generika vielen Konsumenten von Nutzen sein.